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Tübinger Forscher finden womöglich Überreste von ältestem Haushund

Forscher von der Universität Tübingen haben unter archäologischen Fundstücken aus der Schweiz möglicherweise den weltweit ältesten Nachweis für einen Haushund entdeckt. Die Fragmente eines Kieferknochens müssten als frühester unbestreitbarer Nachweis für den Hund als Begleiter des Menschen betrachtet werden, schrieben die Wissenschaftler in einem am Montag im Fachblatt "International Journal of Osteoarchaeology" veröffentlichten Artikel. Die Forscher nahmen für ihre Untersuchungen Knochenteile und Zahnfragmente unter die Lupe, die bereits im Jahr 1873 in einer Höhle im schweizerischen Kanton Schaffhausen entdeckt worden waren. Das Alter der Fundstücke geben sie mit mehr als 14.000 Jahren an.

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Pressebericht der WAZ vom 29.05.2010

Rheinbote Düsseldorf 04.2010

 

 

Tierhilfe Korfu : Dem Tod näher als dem Leben

Velbert, 01.04.2010, Karoline Schubert

Die „Tierhilfe Korfu“ sucht ein neues Zuhause für misshandelte Hunde. Alle Tiere wurden in Griechenland fast zu Tode geprügelt.

Ulli, Caspar und Bonni toben wieder munter im Garten herum. Den drei Hunden sieht man ihr schweres Schicksal erst auf den zweiten Blick an. Ein weiterer Hund, der auf den Namen Spotty hört, hatte nach schweren Misshandlungen nur noch drei Beine. Er wurde überraschenderweise schnell vermittelt. Alle Tiere wurden in Griechenland fast zu Tode geprügelt. Die „Tierhilfe Korfu“ holte sie nach Deutschland und versucht sie nun, an liebevolle Familien zu vermitteln.

„Unser ungefähr zwölf Monate alter Ulli war dem Tod näher als dem Leben“, erzählt Pflegerin Ursula Strunk. „Seine Eltern und die meisten seiner Geschwister wurden vor seinen Augen erschlagen. Diese Situation hat ihn natürlich sehr verängstigt, deshalb war er in den griechischen Tierheimen auch zunächst sehr aggressiv. Nach viel Training in Deutschland ist er aber jetzt ein ganz liebes Tier geworden.“ Ulli bräuchte eine sehr lebendige Familie. Ideal wären Kinder ab zwölf Jahren, denn der Rüde braucht seine ausgedehnten Spaziergänge. „Er ist total verspielt, aber auch sehr verträglich. Sogar mit Katzen versteht er sich gut“, so Strunk.

Hunde nach Charakter aussuchen

Auch Caspar und Bonni haben ein ähnlich schweres Schicksal. Die Geschwister sind die absoluten Notfälle der Pflegestation. „Die Tiere sind jetzt schon mehr als ein Jahr bei uns“, erzählt Pflegerin Ute Knümann. „Auch sie sind schwer misshandelt worden. Das führte dazu, dass sie eine panische Angst vor Menschen hatten“, so die 42-Jährige. „Bonni ist heute noch sehr zurückhaltend, wenn er etwas nicht genau kennt. Er ist eher schüchtern, deshalb wäre ein Frauenhaushalt ohne Kinder ideal für ihn.“ Ursula Strunk ergänzt: „Caspar kommt dagegen sehr gut mit Kindern aus. Er spielt gerne, ist total verschmust und sehr lebendig“.

Es sei schwer zu verstehen, warum die beiden Hunde so schwer zu vermitteln seien. Vermutungen der Pflegerin deuten darauf hin, dass es an ihrer schwarzen Fellfarbe liegt. „Aber das ist doch eigentlich Quatsch. Man sollte sich seinen Hund doch eigentlich nach dem Charakter aussuchen. Außerdem ist es nicht gut, wenn sich die Tiere so sehr an mich gewöhnen. Sie haben dann später immense Probleme, sich in eine neue Familie einzugliedern,“ so die 53-Jährige.

 

 

Überfahren und verbrannt
 
 
Neviges. Ursula Strunk päppelt schwer verletzten Straßenhund von der Insel Korfu auf

Nicht nur das Herz von Ursula Strunk schlägt für Hunde. Die Tönisheiderin investiert, seit sie pensioniert ist, fast ihre gesamt Zeit für die „Tierhilfe Korfu”. Von der wunderschönen Urlaubsinsel in der Ägäis weiß Ursula Strunk nämlich schreckliche Dinge zu berichten: „Straßenhunde werden dort lebendig in Müllcontainer geworfen oder vergraben, sie werden verbrannt, vorsätzlich mit dem Auto überfahren, erschossen, mit Äxten einfach totgeschlagen oder gesteinigt”. Dieses brutale Vorgehen gegen Vierbeiner auf der Straße sei nicht etwa einzelnen verrohten Naturen vorzuwerfen, sondern es komme – ähnlich wie in Spanien oder der Türkei – aus einer Gesellschaft, die „überhaupt keine Wertschätzung habe für Hunde und Katzen”, wie Ursula Strunk aus eigener Erfahrung berichtet.

Erst letzte Woche hat der Tierschutzverein wieder ein Opfer dieser Brutalität von der Urlaubsinsel nach Deutschland geschafft – buchstäblich in letzter Sekunde. Marley haben ihn die deutschen Retter getauft, den wenige Wochen alten Mischlingshund, der mit lebensgefährlichen Verletzungen vom Flughafen Düsseldorf sogleich in die Tierklinik Duisburg-Kaiserswerth weiter transportiert wurde. „Das Pflegepersonal dort hat geweint, als es den völlig zerschundenen, elenden Körper in Empfang nahm”, sagt Strunk. Tierhilfe-Korfu-Helfer hatten berichtet, Marley sei nach fragwürdigen Augenzeugenberichten zunächst überfahren worden, habe sich dann hinter einem Dampfkessel versteckt, wo er sich verbrüht habe. Doch die behandelnden Ärzte in Duisburg sahen auf dem OP-Tisch klare Hinweise darauf, dass das Tier verbrannt werden sollte: versenktes Fell überall am Rumpf, großflächige Brandverletzungen an der rechten Flanke, die eine Hauttransplantation notwendig machten. Ein Ohr wurde amputiert, ein Augenlid musste verkürzt, ein Vorderlauf hochgebunden werden, damit sich Marley nicht die Transplantate während des Heilungsprozesses wieder abreißt.

Rund 2500 Euro hat der Hilfsverein für diese Akutmaßnahme bezahlt. Nach Tönisheide zu Ursula Strunk kam der Frischoperierte, weil sie zu Hause eine Pflegestation für Tiere in Not unterhält. „Marley bedankt sich für die Rettungsaktion täglich durch sein Zutrauen und seine Entwicklung”, sagt Strunk.

Die Niederbergerin hatte 1998 während eines einwöchigen Urlaubs in der Türkei ihr Schlüsselerlebnis, das sie in den aktiven Tierschutz drängte. „Ich wurde Zeuge, wie am wunderschönen Strand Motorradfahrer mehrere Hunde verfolgten und sie wie Hasen abschossen”, berichtet sie. „Den völlig verständnislosen Behörden dort habe ich damals gesagt: Nie wieder komme ich hier hin zurück!”

Nun ist die Tierhilfe Korfu kein vermögender Verein. Ein Fahrzeug, mit dem Tiere zur ärztliche Kontrolle gebracht werden, ist derzeit defekt. Operationskosten, Impfungen und Futter verschlingen Unsummen. Auf Korfu unterhält der Verein ein eigenes Tierheim. Ab und zu ist auch Ursula Strunk dort, um die Mitstreiter zu unterstützen.

Doch jetzt zählt allein Marley. „Ich suche jetzt dringend eine Familie, die ihn aufnimmt, wenn er wieder gesund ist. Nach all dem, was er in seinem jungen Leben durchgemacht hat, sollte er in seinem neuen Heim der Prinz sein”, sagt sie. Dann kocht sie: Heute Mittag gibt es Reis und Hühnchen – alles für den Hund.

 Velbert, 02.11.2009, Matthias Spruck

 

Tierisches Glück für Merlin

Velbert, 27.11.2009, Karoline Schubert

 

 

 

WAZ ein neues Zuhause.

 

Aus Marley wurde Merlin der Zauberer. Und dieser verzauberte gleich eine ganze Familie. Nicole Haude nahm den verletzten Mischlingshund ohne Zögern bei sich auf: „Es war so etwas, wie Liebe auf den ersten Blick. Ich hatte so eine Art Herzgefühl und wusste, dass dieser Hund zu mir gehört. Auch meine Kinder haben Merlin sofort ins Herz geschlossen.”

Der Mischlingshund wurde auf der Urlaubsinsel Korfu von Tierquälern schwer misshandelt. Helfer brachten das schwer verletzte Tier vom Düsseldorfer Flughafen in die Tierklinik Duisburg Kaiserberg und retteten ihm somit das Leben (wir berichteten). Ursula Strunk, die in Tönisheide eine Pflegestation für Tiere unterhält, nahm Merlin bei sich auf. Alle Bemühungen richteten sich nun darauf den Hund an eine nette Familie zu vermitteln. Das funktionierte.

Die zehnjährige Joyce und die 14-jährigen Zwillinge Miche´le und Domenik kümmern sich sehr gerne um das Tier. Schon lange haben sie nach einem weiteren Hund gesucht, der die tierliebe Familie vervollständigt. „Er ist wirklich supersüß. Total offen und locker, was man bei der Vorgeschichte eigentlich gar nicht vermutet”, sagt Haude.

Zum Teil sei Marley zwar etwas vorlaut, aber Verhaltensauffälligkeiten zeige er nicht. „Er möchte es den Menschen immer Recht machen und geht total offen auf sie zu. Außerdem lernt er wirklich sehr schnell. Ich bin schon jetzt echt stolz auf den kleinen Racker. Er benimmt sich wie sich ein Welpe benehmen sollte.”

Schwerwiegende körperliche Beeinträchtigungen hat Merlin nicht zurückbehalten. Ein paar Narben und eine leichte Gehschwäche werden wohl zurückbleiben, aber dies wird das lebensfrohe Tier nicht stören.

„Ich engagiere mich schon sehr lange im Tierschutz”, so Haude. Seit acht Jahren unterstütze ich verschiedene Tierschutzorganisationen, auch die Tierhilfe Korfu. Tiere sind mein Leben und ich helfe ihnen, wo ich kann. Ich bin mit ihnen groß geworden, wahrscheinlich kommt meine Tierliebe daher. Auch meinen Kindern vesuche ich solche Werte weiterzugeben.”

Ursula Strunk von der Tierhilfe Korfu ist ebenfalls sehr glücklich, dass der kleine Mischlingshund seine Familie gefunden hat: „ Familie Haude ist wirklich perfekt für Merlin. Sie haben Kinder, einen großen Garten und sind sehr nett. Außerdem werden sie Merlin sicherlich gut förden. Er ist nämlich ein kluger Hund. Sie wollen ihn sogar zum Fährtenhund ausbilden lassen.” Das wichtigste sei nun, dass es Merlin gut geht.

 

 

Akuter Notfall

"Marley"

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